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Ein Abschied mit Tiefgang, Blumen und besten Wünschen

Amtsübergabe mit Stephan Wurster André Schweizer Pascale Chenevard Sepp Dietrich

An einer feierlichen Zeremonie hat Stephan Wurster gestern Donnerstag das Rektorat der Kantonsschule Sargans an seine Nachfolgerin Pascale Chenevard übergeben. Sein Nachlass ist eine starke, sichtbare und breit akzeptierte «Marke Gymnasium», sein geistiges Erbe sind Loyalität, Kollegialität und Freundschaft.


Er fühle sich, ähnlich wie vor über 19 Jahren, als er sein Amt als Rektor der Kantonsschule Sargans angetreten hatte, ein wenig «schmuch», erklärte Stephan Wurster bei der offiziellen Amtsübergabe des Rektorats an seine Nachfolgerin Pascale Chenevard.

Vor einer illustren Versammlung – bestehend aus dem Lehrerkollegium, Vertretern des St. Galler Amtes für Mittelschulen, seinen beiden Vorgängern André Schwizer und Sepp Dietrich und weiteren Amtsträgern – blickte Wurster gestern Donnerstag in der Aula der Kantonsschule auf seine fast 20 Jahre als Rektor der Kanti Sargans zurück. Und fasste zusammen: «Vieles ist gelungen, vieles hat geklappt.» Schwänke und Wermutstropfen Etwas ausführlicher berichtete Prorektor Daniel Kaeser über die Amtszeit Wursters. Dabei betonte er mehrfach dessen unermüdlichen Einsatz für ein attraktives Bildungsangebot im südlichen Kantonsteil. Etwa wurden unter
Wurster die Informatikmittelschule, die bilingualen Klassen oder die Internet Book Plattform IBP in Sargans eingeführt. Kaeser fasste zusammen: «Bei Innovationen warst du immer an vorderster Front dabei.» Auch verhinderte Wurster 2012 etwa die Abschaffung der Wirtschaftsmittelschule WMS aus Spargründen. Seine Ausführungen reicherte Kaeser mit lustigen Zitaten, Anekdoten und Schwänken aus der Amtszeit des Rektors an.
Bei allem Humor verschwieg Kaeser aber nicht die eine oder andere dunkle Wolke, die über der Ära Wurster hing und noch hängt. Etwa sprach er den Rechtsstreit mit einer ehemaligen Lehrkraft an, die für Schlagzeilen sorgte. Und auch den geplanten Neubau der Kantonsschule, für welchen die St. Galler Bevölkerung eigentlich schon 2014 einen Baukredit gesprochen hatte.
«Der Neubau ist weit und breit noch nicht in Sicht – ein echter Wermutstropfen», resümiert Kaeser. Aber: Auch wenn nicht alle Projekte einen Abschluss fanden, so habe Wurster die kantonale Bildungslandschaft während seiner Zeit als Rektor doch stark mitgeprägt. Ein anderer Weg, ein guter Weg Diesem Fazit schloss sich auch Tina Cassidy als Leiterin des St. Galler Amtes für Mittelschulen an. «Sargans ist manchmal einen anderen Weg gegangen », erinnerte sie sich und fügte an, dass das nicht schlecht sei, sondern im Gegenteil gut für die Bildungslandschaft.
Allgemein habe das Amt Wurster und damit auch die KSS als innovativ und konstruktiv wahrgenommen. In ihrer Grussbotschaft entrichtete sie denn auch den Dank des St. Galler Regierungsrats und Bildungsdirektors Stefan Kölliker und des gesamten Amts für Mittelschulen. Und Wurster? Ihm sei es immer wichtig gewesen, die Marke Gymnasium zu stärken, sie sichtbar zu machen. Er sei eingestanden für eine breitere Akzeptanz und mehr Leistungsgerechtigkeit. «Nun darf ich den Rucksack aber an meine Nachfolgerin übergeben und lockeren Schrittes aus der Aula marschieren», erklärte er. Ganz von der Bildfläche wird Wurster an der Kantonsschule nicht verschwinden, schliesslich wird er ab August wieder als Lehrkraft unterrichten. «Ich freue mich auf viele kleine Freiheiten. Mehr Zeit zu haben. In Ruhe die Zeitung zu lesen, ohne politisch diskutieren oder die Welt retten zu müssen.»
Beim offiziellen Übergabeakt an Chenevard bedankte er sich für die Loyalität, Kollegialität und Freundschaft auf allen Stufen und über all die Jahre hinaus. Und er wünschte seiner Nachfolgerin den Mut, Neues zu versuchen und Veränderungen anzustreben, wo diese nötig seien. «Dieser Moment ist sehr emotional, wir dürfen es beide zugeben», zeigte sich die neue Rektorin berührt – und dankbar: «Stephan, du hast es mir leicht gemacht,hier Fuss zu fassen. Du hast mir die Schule im vergangenen Halbjahr gezeigt. Eine gute Schule. Deine Schule.»

(Quelle Sarganserländer, 3.7.2020)

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