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Ehemalige Kantischüler gewinnen Filmpreis

Ehemalige Kantischüler gewinnen Filmpreis

An den 41. Schweizer Jugendfilmtagen gehen drei St. Galler als Gewinner des «Springenden Panthers» hervor – darunter auch die ehemaligen Kantischüler Lucas Ackermann und Ying-Kai Dang. In ihrer Kategorie C holen sie sich den ersten Platz, und somit ein Preisgeld von 1000 Franken.


Die Vorfreude des Melsers Lucas Ackermann auf die Schweizer Jugendfilmtage war riesig, seine Chancen auf einen Sieg hatte er dennoch als «recht bescheiden» eingestuft. Kein Wunder, war doch «Consume » der erste Kurzfilm, den Ackermann gemeinsam mit seinen zwei Mitproduzenten Chandra Marquart und Ying-Kai Dang realisierte. Umso grösser war die Überraschung, als die Jury der Schweizer Jugendfilmtage das Gemeinschaftswerk «Consume» am vergangenen Sonntag im Theater der Künste in Zürich zum Sieger in der Kategorie C kürte.

 

Ihr No-Budget-Kurzfilm liess somit alle Produktionen von Jugendlichen bis 19 Jahre, die von Einzelpersonen, Gruppen von Jugendlichen oder in Begleitung von Erwachsenen produziert wurden, hinter sich. Ackermann, Dang, Marquart und Hauptdarsteller Gianluca Pignataro durften am Sonntag denn auch den «Springenden Panther» und ein Preisgeld von 1000 Franken entgegennehmen. «Consume» positionierte sich vor den zweit- und drittplatzierten «Ich bin ein Unfall» von Léonie Moser/ Revolta Künstlerkollektiv und «I’m Not Here» von Julian Quentin.

 

Eine Persiflage

 

In der Laudatio hielt die fünfköpfige Jury, unter anderem bestehend aus Liliane Amuat (Theater- und Filmschauspielerin) und Florian Keller (Filmkritiker und Kulturredaktor bei der «WOZ»), bei der Preisverleihung am Sonntag lobend fest: «Eine dystopische Vision unserer Gesellschaft? Wie man das ohne grosses Budget und massenhaft digitale Effekte hinkriegt, das zeigt eindrücklich ‘Consume’ – ein Film, der in einer tollen Location virtuos mit Licht, Raum und plakativen Botschaften spielt und so ein ausweglos gespenstisches Zerrbild unserer konsumgesteuerten Gegenwart erschafft.»

 

Der Film, der nicht etwa eine abschliessende Handlung, sondern lediglich eine darstellende Funktion hat, übt Kritik am Verhalten der heutigen Konsumgesellschaft. «Er zeigt dieses Verhalten aus unserer Sicht. Wenn man denn so will, ist er ein atmosphärischer Abriss, eine Persiflage auf das ‘immer mehr wollen’», erklärte Ackermann bereits vor den Jugendfilmtagen. Gedreht wurde in der ehemaligen Textilfabrik Stoffel in Mels. Ackermann dazu: «Es ist für mich als Melser naheliegend gewesen, für das Projekt bei der Besitzerin des Areals, der Azinova Group, anzuklopfen. Wir konnten das verlassene und heruntergekommene Flair des Areals noch rechtzeitig vor den Renovationsarbeiten einfangen.» Als Statisten haben vor allem Freunde und Bekannte aus dem Sarganserland und dem Rheintal fungiert.

 

1900 Gäste an Jugendfilmtagen

 

Insgesamt zeigten die jungen Entwicklerinnen und Entwickler von rund 230 eingereichten Filmen laut einer Medienmitteilung vom Sonntag auch dieses Jahr, dass sie nicht zu unterschätzen sind: «Die Qualität der Filme war hoch und die Themen vielseitig. Die Jugendliche und jungen Erwachsenen gewährten uns einmal mehr tiefe Einblicke in die sie umtreibenden Themen und in ihr Können», so das Statement der Festivalleiterinnen Selina Wenger und Laura Walde. Und auch das Publikum scheint von den sehenswerten Produktionen angezogen zu sein: Das Festival verzeichnete dieses Jahr knapp 1900 Zuschauerinnen und Zuschauer.

 

Link zum Film 

 

Quelle: Sarganserländer, 22.03.2017 (Autor: Michael Kohler)   


KantiSargans - Ehemalige Kantischüler gewinnen Filmpreis (24.03.2017 16:38)


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